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Schluss mit Kultur im Hochbunker Körnerstraße?

Ausstellung im Kulturbunker

Ausstellung im Kulturbunker Körnerstraße

von Jürgen Brock-Mildenberger

Ehrenfeld droht der Verlust eines traditionsreichen Kunst- und Kulturortes, wie es in Köln keinen zweiten gibt. Das zumindest befürchtet Bezirksbürgermeister Josef Wirges, seit er in der ersten Mai-Woche im Bezirksrathaus Besuch von Mitarbeitern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BMI) erhielt. Diese forderten ganz unverhohlen die Herausgabe des Schlüssels für den Hochbunker in der Körnerstraße – besser bekannt als Ehrenfelder Kulturbunker. Damit wäre das für 2011 bereits komplett geplante Programm mit einem Schlag Makulatur gewesen.

Zur Erinnerung: Seit 1989 der damalige Bezirksvorsteher Günter Rombey  ermöglichte, den Jahrzehnte lang verschlossenen Schutzbunker in der Ehrenfelder Körnerstraße, für die  Ausstellung „Gestaltwechsel“ des Künstlers Felix Droese zu öffnen, war hier ein Ort gefunden, um „Erinnerungsarbeit und Zukunftsgestaltung sinnlich und fest miteinander (zu) verbinden“. Der Ort des Bunkers und seine Geschichte legten dies nahe.

Neben der Trümmern der am 10. November 1938 niedergebrannten Synagoge, sollte der 1941 errichtete Bunker der Ehrenfelder Bevölkerung im Krieg vermeintlichen Schutz vor den Bomben der alliierten Luftstreitkräfte bieten. Nach 1945 wurde er über Jahre als Notunterkunft für Menschen, die im Krieg ihre Wohnung verloren hatten, genutzt. Ende der 1970er Jahre wurde er auf den damals aktuellen Stand als Schutzbunker wiederum für Zwecke des Zivilschutzes gebracht und seither „vorrätig gehalten“. Unklar blieb allerdings, wem und bei welcher Art von Katastrophen ein derartiger Bunker eigentlich Schutz bieten konnte – oder ging es nur um den Anschein ?

Dies scheint sich jetzt auch bis nach Berlin herumgesprochen zu haben, so dass der Bund den Bunker als Schutzraum nicht mehr für erforderlich hält und ihn verkaufen möchte. Ob es einen Interessenten gibt, haben die Mitarbeiter  der BMI nicht verraten. Eines wurde jedoch gegenüber Bezirksbürgermeister Wirges klar betont: Nach 2011 soll es keine kulturelle Nutzung des Bunkers mehr geben.

 

Siehe auch: Ein besonderer Ort für besondere Kunst

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