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Neubebauung Rochusplatz: Das Zukunftsprojekt für Bickendorf

Von Heiko Braun

Den Rochusplatz mit seiner kleinen Kapelle, deren Anfänge bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen, steht seit Monaten im Mittelpunkt einer stadtentwicklungspolitischen Diskussion, deren Ausgang maßgeblich über die Attraktivität des Veedels Bickendorf entscheiden wird. Der Platz an der Venloer Straße befindet sich im Zentrum der Bickendorfer Einkaufsmeile und ist mit seinem zwei Mal wöchentlich stattfindenden Markt ein zentraler Treffpunkt für viele Bewohner im Stadtbezirk Ehrenfeld. Bis vor einigen Monaten beherbergte der Rochusplatz zudem auch das „Rochusbad“, das jedoch Ende 2009 geschlossen wurde, nachdem wenige hundert Meter entfernt das neue Ossendorfbad seine Pforten öffnete. Nach dem Abriss des wenig ansehnlichen Rochusbads im Frühjahr 2010 liegt nun ein großer Teil des Rochusplatzes brach. Die Platzfläche, so die städtische Planung, soll in naher Zukunft verkauft und mit Wohn- und Gewerbeeinheiten bebaut werden. Die Pläne für die Neubebauung der Platzfläche kursieren bereits seit rund 20 Jahren, doch erst vor wenigen Monaten formierte sich Widerstand gegen die Planungen der Stadt Köln.

Insbesondere die Interessengemeinschaft „Künstler für Bickendorf“ hat in den letzten Wochen engagiert für Ihren Vorschlag für die künftige Bebauung des Rochusplatzes geworben. Ihr Plan sieht eine Verlegung der Venloer Straße vor, die zur Schaffung eines neuen Platzes vor der Filiale der Sparkasse Köln Bonn führen würde. Dieser Vorschlag, das zeigt eine Unterschriftenaktion, wird von vielen Bickendorfer Bürgern unterstützt. Auch die Fraktionen der Bezirksvertretung Ehrenfeld begrüßen das Engagement und die Pläne der „Künstler für Bickendorf“. Vor allem die SPD-Fraktion unter Führung von Fraktionschef Hans Peter Juretzki hat in den vergangenen Wochen eng mit der Interessengemeinschaft zusammengearbeitet. Im Zuge der Gespräche wurde jedoch schnell deutlich, dass die Finanzierung der Verlegung der Venloer Straße ein großes Problem für die Umsetzung des Plans der Künstler sein wird.

Wie 4veedel.de exklusiv erfahren hat, gibt es bereits einen Investor, der sich für die Bebauung des Rochusplatzes interessiert. Doch auch er macht deutlich, dass die wohl rund 1,6 Mio. Euro teure Verlegung der Venloer Straße nicht zu stemmen ist. Eine Finanzierung der Verlegung der Venloer Straße, dem Herzstück des Konzepts der „Künstler für Bickendorf“, aus öffentlichen Mitteln erscheint in Anbetracht der angespannten Finanzlage der Stadt Köln derzeit ausgeschlossen. Dennoch, so der fraktionsübergreifende Konsens in der Bezirksvertretung Ehrenfeld, sollen die Büregerinnen und Bürger auch weiterhin intensiv an der Planung des Neubaukonzepts für den Rochusplatz beteiligt werden. Für die nächsten Wochen ist hierzu eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit dem Baudezernenten der Stadt Köln, Bernd Streitberger, in Bickendorf geplant. Ein genauer Termin steht bisher jedoch noch nicht fest.

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