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Ehrenfelder SPD positioniert sich zum Helios-Gelände

In einem Positionspapier hat sich nun auch der Ehrenfelder Ortsverein der SPD zur zukünftigen Gestaltung des Helios-Geländes geäußert. Nachdem die Grünen bereits im Juni und die CDU im September vergangenen Jahres ihre Papiere verfassten, ließen die Sozialdemokraten auf sich Warten.

„Es war uns wichtig, dass wir uns zuerst als Partei intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen, um eine fundierte Meinung für die zukünftige Gestaltung und Nutzung des Helios-Geländes zu bilden“, erklärt Andreas Pöttgen, SPD-Bezirksvertreter der gemeinsam mit Fraktionskollegin Petra Bossinger die „Projektgruppe Helios“ des SPD-Ortssvereins Ehrenfeld leitet. Beide sind mit den 22 knappen Punkten zufrieden: „Wir haben nun  unseren inhaltlichen Fahrplan für die anstehende Bürgerbeteiligung aufgestellt und dabei eigene Schwerpunkte gesetzt, die sicher an der ein oder anderen Stelle zu Diskussionen führen werden.“

Inhalte: Denkmäler erhalten – Ehrenfeld Impulse geben

In einem ersten Block werden die baulichen Rahmenbedingungen von den Sozialdemokraten festgesteckt: So soll beispielsweise der Helios-Turm auch weiterhin als Ehrenfelder Denkmal gut sichtbar im Veedel bleiben und heute noch nicht denkmalgeschützte Hallen und die Remisen an der Heliosstraße nach Möglichkeit erhalten bleiben. Zudem wird eine gute Durchwegung gefordert. Hier werden große Potenziale sehen: „Bei einer Verlängerung des Grünen Weges in der einen Richtung über das Helios-Gelände und in der anderen Richtung über die beschlossene Brücke Weinsbergstraße entstehen ganze neue Wegeverbindungen für unser Veedel“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bossinger bei einem Pressetermin Ende März.

Umwelt

Die  SPD fordert eine komplette Sanierung der stark verseuchten Böden und will einen höheren Grünanteil auf dem Gelände nicht nur durch die Pflanzung von neuen Bäumen sondern auch durch vertikale Gärten an Häuserfassaden erreichen. Angelehnt an den Namen des Geländes („Helios“, griech. „Sonne“) soll die Verwendung von Solarthermie und Photovoltaik eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen.

Wohnen

Die in den vergangenen Jahren steigenden Mietpreise in Ehrenfeld finden in dem Papier der SPD ihre Berücksichtigung. Mit Wertsteigerungen von rund neun Prozent alleine im Jahr 2010 wird der Stadtteil immer teurer. Daher sollauf dem Helios-Gelände nach Vorstellung der Partei mehr Wohn-raum geschaffen werden. Auch Sonderwohnformen (ein Studentenwohnheim und temporäres Wohnen werden erwähnt) sollen dabei eine Rolle spielen. Bereits heute leben Mieter auf dem Gelände, die von den Plänen der Neugestaltung betroffen sein werden. In dem Papier fordert die SPD den Bauherrn (die Bauwens-Gruppe) auf, einen „fairen Umgang mit den derzeitigen Wohnungsmietern und Gewerbetreibenden“ zu pflegen.

Kreativität – Underground

In einem Punkt erkennt das Papier die immer größer werdende Bedeutung der kreativen Szene als Impulsgeber für das Szeneviertel Ehrenfeld an und sieht darin eine Chance für die Entwicklung auf dem Helios-Gelände. So soll auch das Underground langfristig Bestandschutz erhalten. „Wir haben dies bereits im Kommunalwahlkampf 2009 vor dem Underground plakatiert und stehen dazu: Das Underground ist fester Bestandteil der Ehrenfelder Kulturszene und kann nicht leichtfertig für ein Parkhaus abgerissen werden – wie es die ersten Planungen des Investors vorsahen“, so Pöttgen. „Die Impulswirkung, die auch zukünftig von dem Gelände ausgehen soll, kann nur erreicht werden wenn wir der Ehrenfelder Szene keine Steine in den Weg werfen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen.“ Mit Beispielen wie dem Underground, dem Design Quartier Ehrenfeld, aber auch artrmx  und Concerto Köln sei bereits heute eine hervorragende Szene auf dem Gelände vorhanden, die es zu stärken gelte.

Einkaufszentrum

Die Diskussion um das Helios-Geländ ist in Ehrenfeld ist nicht nur wegen eines möglichen Abriss des Undergrounds in Gang gekommen, sondern vor allem wegen einem groß geplanten Einkaufszentrum. Zu dieser Frage heißt es in den Positionen: „Flächenanteile für den Einzelhandel werden wir in der vertieften Bürgeranhörung intensiv beraten. Wir werden darauf achten, dass es sich um ein Waren- und Dienstleistungsangebot handelt, dass das bestehende überwiegend kleinteilige Angebot in Ehrenfeld ergänzt.“

Ergänzend weisen beide Projektleiter darauf hin, dass die Vernetzung mit den anderen Akteuren vor Ort in Ehrenfeld hervorragend funktioniert. Beispielsweise bestehen zur BI-Helios gute Kontakte, so war Petra Bossinger von Anfang an in die Arbeit der BI-Gruppe „Stadtentwicklung“ eingebunden. Die Projektgruppe Helios hat sich darüber hinaus in zahlreiche Gesprächen mit den Sorgen der direkt betroffenen Anwohner und Gewerbetreibenden des Helios-Geländes und der Nachbarschaft befasst. „Die Furcht, dass hier etwas entstehen könnte, was dem Veedel eher schade als nütze, hat nicht nur die Venloer Straße, sondern auch die Landmannstraße erfasst. Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst, wir wissen aber auch, dass eine Brache im Herzen von Ehrenfeld auch nicht die Lösung sein kann.“ erklärt Pöttgen.

Das komplette Papier finden Sie auf den Seiten der SPD.

Lesen Sie auch: “Von der Tanke zum runden Tisch – Die Helios-Chronik mit Ausblick

1 comment. Leave a Reply

  1. Das Underground muss unbedingt bestehen bleiben! Es gehört fest zu Ehrenfeld. Von weit her kommen Woche für Woche junge Menschen aus ganz Deutschland nach Köln-Ehrenfeld – um in das Underground zu gehen. Und ich selbst wäre als Ehrenfelderin kreuzunglücklich.

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